Software für Elektriker: Kabelliste, E-Check, Zeiterfassung und Rechnungen in einem System
Elektroinstallation, Gebäudeautomation, Netzwerk
Ein Elektrobetrieb mit fünf bis dreißig Mitarbeitern führt heute meist mehrere Systeme nebeneinander: eine Excel-Tabelle für die Kabelliste, das Prüfgerät mit eigener Software, Stundenzettel auf Papier oder in einer Zeiterfassungs-App, ein Rechnungsprogramm im Büro. Die Daten dazwischen tippt jemand ab — und genau dort gehen Stunden, Meter und Prüftermine verloren.
RFplan ist eine Elektro-Handwerkssoftware, die diese Bausteine in einem System zusammenführt: Projekte, Kabelliste mit Verteilerplaner und Stromlaufplan, E-Check-Protokolle und Prüffristen, Zeiterfassung mit Stempeluhr und Arbeitszeitnachweis, Angebote und Rechnungen inklusive E-Rechnung — dazu Team, Rollen und eine iOS-App für die Baustelle. Alle Module sind ab dem ersten Tag enthalten. Es gibt ein Paket und keine gestaffelten Tarife. Die Daten liegen auf deutschen Servern.
Auf dieser Seite beschreiben wir, was die Software für Elektroinstallation konkret kann, wo ihre Grenzen liegen und wie ein Betrieb sie in den Alltag einbaut. Stand: September 2026.
E-Check und DGUV V3: Prüfprotokolle und Prüffristen
Für die Anlagenprüfung gibt es in RFplan das Modul E-Check. Ein Protokoll erfasst das Objekt (Adresse, Nutzung als Wohnung, Gewerbe oder Industrie, Eigentümer, Baujahr), das Prüfdatum, den Prüfer mit Qualifikation und die Messwerte, die bei einer Wiederholungsprüfung ortsfester Anlagen anfallen: RCD-Auslösestrom in mA und Auslösezeit in ms, Isolationswiderstand in MΩ, Schleifenimpedanz in Ω. Dazu kommt das Gesamtergebnis (bestanden, mit Mängeln, nicht bestanden), eine Mängelbeschreibung und Empfehlungen an den Betreiber. Das fertige Prüfprotokoll geht als PDF an den Kunden und bleibt am Objekt archiviert.
Die zweite Ebene ist das Modul Prüffristen. Jedes Prüfobjekt — eine Verteilung beim Kunden, der eigene Maschinenpark, eine Liegenschaft mit mehreren Anlagen — bekommt eine Prüfart und ein Intervall. Hinterlegt sind die üblichen Richtwerte: DGUV Vorschrift 3 für ortsveränderliche Geräte (12 Monate) und ortsfeste Anlagen (48 Monate), VDE 0105-100, RCD-Prüfung, E-Check, Blitzschutz und Sicherheitsbeleuchtung. Die Intervalle sind Vorschläge und pro Objekt änderbar, denn die tatsächliche Frist ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Eine Ampel zeigt, was überfällig ist, was in den nächsten 30 Tagen ansteht und was Zeit hat. 30, 7 und 0 Tage vor Fälligkeit verschickt RFplan eine Benachrichtigung an den Verantwortlichen, überfällige Objekte werden montags erneut gemeldet.
Wird eine Prüfung erfasst, wandert das Ergebnis mit Datum, Prüfer, Geräteanzahl und festgestellten Mängeln in die Historie, und die nächste Fälligkeit wird automatisch aus dem Intervall berechnet. Aus einer Prüfung wird so verlässlich der nächste Auftrag. Eine ehrliche Einschränkung: Die Einzelmesswerte ortsveränderlicher Geräte nach VDE 0701-0702 bleiben in Ihrem Prüfgerät und dessen Software. RFplan ersetzt das Prüfgerät nicht, sondern führt Fristen, Historie, Anlagenprotokolle und die Rechnung an einem Ort zusammen.
Kabelliste, Verteilerplaner und Stromlaufplan
Die Kabelliste ist in jedem Projekt als eigener Reiter verfügbar. Grundlage ist die Gebäudestruktur — Gebäude, Etage, Raum —, in die jeder Kabelstrang eingehängt wird. Ein Eintrag enthält Kabeltyp aus dem Katalog (NYM, NYY, J-Y(St)Y, Cat.7 und eigene Typen), Adernzahl, Querschnitt, Verlegeart, Länge sowie Von- und Nach-Ort. Der Export geht als PDF oder Excel an Bauherren, Planer oder ins eigene Archiv.
Aus derselben Datenbasis arbeitet der Verteilerplaner. Sie legen Verteiler an, definieren FI-Gruppen mit Typ (A, F, B, B+), Bemessungsstrom und Fehlerstrom und ziehen Stromkreise per Drag & Drop in die passende Gruppe. Der Planer führt die TE-Bilanz je Verteiler, verteilt die Phasen, schlägt den Leitungsschutzschalter nach Querschnitt vor und markiert Konstellationen, die gegen die üblichen Regeln der VDE 0100 verstoßen — als Hinweis, nicht als Sperre. Klemmen werden je X-Leiste fortlaufend nummeriert, sodass im Zählerplatz später jede Ader einen eindeutigen Platz hat. Für Standardfälle gibt es Stromkreis-Vorlagen, etwa für Wohnungen oder Küchen.
Was hinten herauskommt, sind die Unterlagen, die ein Elektrobetrieb bei der Übergabe braucht: Stromkreisliste, Sicherungsübersicht, Abgangsklemmenplan, ein mehrpoliger Stromlaufplan, der Verteiler-Aufbauplan mit Hutschienen-Reihen und maßhaltige Beschriftungsstreifen für die Verteilerfelder — alles als PDF. Und weil die Liste die Mengen kennt, lässt sie sich mit einem Klick in ein Angebot (Kabellängen mit 10 % Verschnitt), eine Materialbestellung oder ein Aufmaßblatt mit den exakten Verlegemetern umwandeln.

Zeiterfassung und Stempeluhr auf der Baustelle
Die Projekt-Zeiterfassung läuft über einen Timer in der App oder am Rechner: Projekt wählen, starten, stoppen. Wer mehrere Baustellen am Tag hat, wechselt über Schnellstart-Chips zu den zuletzt genutzten Projekten. Einträge können nachträglich manuell ergänzt werden, Zuschläge und Lohnarten werden nach hinterlegten Regeln berechnet, Überstunden laufen mit. Für die Lohnabrechnung gibt es einen Monatsbericht als PDF und einen DATEV-Lohn-Export.
Neu seit September 2026 ist die Stempeluhr. Sie bildet das ab, was das Arbeitszeitgesetz verlangt, ohne den Projektbezug: ein großer Knopf für Kommen und Gehen, dazu die laufende Anwesenheitsdauer. Die Pause wird automatisch abgezogen — ab sechs Stunden 30 Minuten, ab neun Stunden 45 Minuten, in den Einstellungen anpassbar. Die Monatsübersicht zeigt je Tag Kommen, Gehen, Brutto, Pause und Netto mit Summen und markiert Tage, an denen ein Stempel fehlt. Der Arbeitszeitnachweis kommt als PDF mit Unterschriftsfeldern für Arbeitnehmer und Arbeitgeber oder als CSV für die Lohnbuchhaltung, inklusive Urlaubs- und Krankheitstagen. Stempeluhr und Projektzeit stören sich nicht; beides kann parallel laufen.
Korrekturen sind geregelt: Mitarbeiter dürfen ihre eigenen Stempelzeiten ändern, solange der Monat nicht eingereicht ist. Nach dem Einreichen sind die Zeiten gesperrt, der Vorgesetzte gibt frei oder weist mit Begründung zurück. Administratoren können jederzeit korrigieren; jede Änderung wird protokolliert, und die Übersicht zeigt, wie gestempelt wurde — manuell, per App, QR-Code, GPS oder Team-Stempelung durch den Vorarbeiter. Wer möchte, aktiviert GPS-Geofencing: Die App erinnert beim Betreten oder Verlassen der Baustelle ans Stempeln, speichert aber keinen Bewegungspfad und setzt das Einverständnis des Mitarbeiters voraus.

Angebote, Rechnungen und E-Rechnung
Vom Angebot bis zur Schlussrechnung bleibt alles in einer Kette: Angebot schreiben, nach Auftragserteilung in einen Auftrag und später mit einem Klick in eine Rechnung überführen, bei größeren Projekten mit Abschlags- und Teilrechnungen. Positionen kommen aus dem Artikelstamm, aus der Kabelliste oder aus einem Aufmaßblatt. Für Ausschreibungen liest RFplan GAEB-Leistungsverzeichnisse (X81/X83) ein und exportiert das Angebot als X84.
Die E-Rechnung ist seit dem 1. Januar 2025 für den Empfang verpflichtend, die Versandpflicht kommt stufenweise bis 2028. RFplan erzeugt Rechnungen als XRechnung (UBL 2.1) und als ZUGFeRD-PDF und liest eingehende ZUGFeRD-Rechnungen von Lieferanten ein. Das Mahnwesen arbeitet in drei Stufen mit PDF-Ausgabe, offene Posten und überfällige Rechnungen erscheinen im Cockpit. Für den Steuerberater gibt es den DATEV-Buchungsstapel und einen CSV-Export, alternativ die Übergabe an lexoffice.
Wiederkehrende Leistungen — Wartung von Anlagen, jährliche RCD-Prüfungen, Betreuung von Liegenschaften — laufen über Wartungsverträge mit hinterlegten Intervallen und automatischer Abrechnung. Zusammen mit den Prüffristen entsteht daraus ein planbarer Umsatzsockel, der nicht davon abhängt, ob jemand im Büro an den Kunden denkt.
KNX, Homematic IP und Netzwerkschrank
Für Gebäudeautomation gibt es den Smart-Home-Planer auf KNX-Basis. Ein KNX-Projekt bildet Räume, Geräte und Funktionen ab, verwaltet Gruppenadressen mit Konfliktprüfung und dokumentiert Tastsensoren mit ihrer Wippenbelegung (kurz, lang, doppelt, LED-Status). Am Ende steht ein druckbares Bedienkonzept für die Übergabe an den Bauherrn — pro Raum die Funktionen und die Belegung der Taster, dazu Hinweise zu Wartung und Notbedienung. Eine Kalkulationsansicht summiert die Geräte, ein Audit prüft das Projekt auf Lücken, bevor es in die Parametrierung geht.
Der Netzwerkschrank-Planer stellt 19-Zoll-Racks mit Höheneinheiten dar: Patchfelder, Switches, Router und Server werden platziert, Ports beschriftet und Patchverbindungen dokumentiert, inklusive PoE-Klasse und Leistungsbudget. Die Belegung geht als PDF an den Kunden, die Komponentenliste mit einem Klick in ein Angebot oder eine Materialbestellung.
Nicht jeder Kunde will KNX. Deshalb ist in der Gebäudeplanung je Gebäude das Bus-System hinterlegt — KNX, Homematic IP, Loxone, konventionell oder gemischt — und der Planungsfragebogen für Bauherren fragt Homematic IP (Funk) als eigene Option ab. Der Gerätekatalog kennt Homematic-IP-Komponenten inklusive der Cloudmatic-Lizenzdienste, sodass Angebot und Materialliste auch für Funk-Installationen aus demselben System kommen. Die Gruppenadress-Logik mit Konfliktprüfung bleibt KNX-Projekten vorbehalten.

Rechte und Rollen: das Rollen-Center
Nicht jeder im Betrieb soll alles sehen. Der Azubi braucht die Zeiterfassung und die Mängelliste, aber keine Stundensätze; der Bauleiter braucht Projekte, Berichte und Freigaben, aber nicht die Rechnungen; das Büro braucht die Rechnungen, aber nicht den Verteilerplaner. Im Rollen-Center unter Team → Rollen legen Sie dafür eigene Rollen an. Eine Matrix zeigt für jede Rolle und jedes freigeschaltete Modul, ob sie sehen, anlegen, bearbeiten, löschen und exportieren darf.
Mitgelieferte System-Rollen wie Bauleiter, Büro, Monteur oder Praktikant lassen sich als Kopie übernehmen und anpassen. Mitarbeiter werden einer Rolle zugewiesen; ändert sich die Rolle, gilt die Änderung sofort für alle zugewiesenen Personen. Individuelle Ausnahmen pro Mitarbeiter bleiben möglich und haben Vorrang. Wer für ein Modul kein Leserecht hat, sieht es weder in der Seitenleiste noch in der App, erreicht es nicht per Direktlink, und auch die Schnittstelle liefert keine Daten. Ein Aussperr-Schutz sorgt dafür, dass das Dashboard immer erreichbar bleibt und Administratoren Team und Einstellungen nicht selbst verlieren können.
Einführung im Betrieb: So fängt man an
Die meisten Betriebe starten mit einem Modul, nicht mit allen. Bewährt hat sich die Zeiterfassung: Die Monteure stempeln ab dem ersten Tag mit der App, das Büro sieht nach einer Woche die ersten Monatsübersichten, und der Nutzen ist ohne Schulung erkennbar. Kunden und Artikel kommen per Import aus Excel oder CSV, die Mitarbeiter werden per Einladungslink eingeladen und bekommen über das Rollen-Center nur die Module, die sie brauchen.
Im zweiten Schritt folgt ein Pilotprojekt mit Kabelliste und Verteilerplaner — am besten ein Objekt, das ohnehin ansteht, sodass die Stromkreisliste und der Stromlaufplan aus RFplan direkt in die Übergabe gehen. Erst danach lohnt es sich, Angebote und Rechnungen umzustellen, weil dann Artikelstamm, Kunden und Projekte bereits gepflegt sind. Während der 30-tägigen Testphase steht der komplette Funktionsumfang zur Verfügung; danach wählen Sie eine Laufzeit. Es gibt keine eingeschränkte Gratis-Version und kein Upselling auf ein größeres Paket, weil es nur eines gibt.

Module für Elektrotechnik
Alle Module sind in dem einen Paket enthalten — Kern-Module, Profi-Module und die Gewerk-Module Ihres Gewerks. Es gibt keine Zusatzmodule und keine gestaffelten Tarife.
Gewerk-Module Elektrotechnik
- E-Check
- Gebaeude
- Kabelliste
- Netzwerkschrank
- Prüffristen
- Smart Home Planer
Kabelliste
Gebäudestruktur, Kabelkatalog, Verteilerplaner, Stromlaufplan, PDF/Excel
Zeiterfassung
Timer, Stempeluhr, Arbeitszeitnachweis, DATEV-Lohn-Export
Angebote & Rechnungen
GAEB, XRechnung, ZUGFeRD, Mahnwesen, lexoffice
Mängelmanagement
Fotos, Schweregrade, Fristen, PDF-Mängelbericht
Bautagebuch
Tagesberichte mit Wetter, Fotos und Unterschriften
Kundenportal
Tickets, Pläne und Freigaben für Bauherren ohne Account
DATEV-Export
Buchungsstapel für Rechnungen und Lohn
Projektmanagement
Projekte, Aufgaben, Termine, Plantafel
Häufige Fragen von Elektrotechnik-Betrieben
Was kostet RFplan für einen Elektrobetrieb?
39 € pro Monat als Basis plus 9 € je weiterem Mitarbeiter, monatlich kündbar. Bei 12 Monaten Laufzeit sind es 35,10 € + 8,10 € je Mitarbeiter (10 % Rabatt), bei 24 Monaten 31,20 € + 7,20 € (20 % Rabatt). Alle Preise netto, alle Module enthalten. Vorab 30 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte. Enterprise mit individuellen Anforderungen auf Anfrage.
Sind Kabelliste, Verteilerplaner, E-Check und Prüffristen im Preis enthalten?
Ja. Die Elektro-Module werden freigeschaltet, sobald Ihre Firma das Gewerk Elektrotechnik gewählt hat — bei der Registrierung oder später in den Einstellungen. Es gibt keine Zusatzmodule und keinen Aufpreis für Gewerk-Funktionen.
Ersetzt RFplan die Software meines Prüfgeräts?
Nein. Die Einzelmesswerte ortsveränderlicher Geräte nach VDE 0701-0702 bleiben im Prüfgerät und dessen Software. RFplan führt Prüffristen mit Erinnerungen, die Prüfhistorie je Objekt, das E-Check-Protokoll für Anlagen mit RCD-, Isolations- und Schleifenimpedanz-Werten sowie die anschließende Rechnung zusammen.
Funktioniert die Zeiterfassung auch im Keller oder Technikraum ohne Empfang?
Ja. Die iOS-App (aktuell über TestFlight) speichert Stempel, Zeiten, Fotos und Mängel lokal und überträgt sie, sobald wieder Netz da ist. Der Sync-Status ist in der App sichtbar. GPS-Geofencing ist optional und erfordert die Zustimmung des Mitarbeiters.
Kann ich eigene Rollen anlegen, etwa einen Azubi ohne Einblick in Preise?
Ja. Im Rollen-Center unter Team → Rollen legen Sie eigene Rollen an oder kopieren eine System-Rolle und passen sie an. Je Modul steuern Sie Lesen, Anlegen, Bearbeiten, Löschen und Exportieren. Zusätzlich lassen sich einzelne Felder wie Stundensätze oder Einkaufspreise über Feld-Berechtigungen ausblenden.
Wie kommen Rechnungen zum Steuerberater und wie kommen meine Kunden ins System?
Rechnungen exportieren Sie als DATEV-Buchungsstapel oder CSV, alternativ per Übergabe an lexoffice. Kunden und Artikel importieren Sie aus Excel oder CSV. XRechnung und ZUGFeRD sind für den E-Rechnungsversand enthalten, eingehende ZUGFeRD-Rechnungen werden eingelesen.
Weitere Gewerke
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